Priestermangel Würzburger und Bamberger Seminaristen studieren in München

20.03.2020

Grund sind die zu kleinen Seminaristengemeinschaften in den beiden fränkischen Städten.

Die Anzahl an Priesterseminaristen ist in Bamberg und Würzburg einfach zu klein. © Kiderle

Würzburg/Bamberg – Die angehenden Priester aus den (Erz-)Bistümern Bamberg und Würzburg werden künftig in München Theologie studieren. Als Seminar werde künftig das Herzogliche Georgianum fungieren, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Grund für die Verlegung sei die geringe Größe der Seminargemeinschaft in Würzburg, wo die angehenden Geistlichen bisher studierten. Aktuell absolvierten dort sieben Seminaristen ihre Ausbildung, fünf aus Würzburg sowie zwei aus Bamberg. Insgesamt gebe es neun beziehungsweise elf Priesteramtskandidaten.

Als erstes würden die Studenten in der zweiten Studienhälfte zum Wintersemester nach München wechseln, die weiteren im Folgejahr. Die Priesterseminare in Würzburg und Bamberg blieben weiter erhalten. Ergänzend zum Studium werde es konkrete Zeiten und praktische Lernorte in den Heimatbistümern geben. Das Haus in Würzburg soll der Mitteilung zufolge in seiner inhaltlichen Ausrichtung weiter entwickelt werden als "Haus der pastoralen Aus- und Fortbildung für alle Seelsorgeberufe". In Bamberg findet demnach weiterhin das Vorbereitungsjahr für das Studium, das sogenannte Propädeutikum statt.

Nur noch München, Eichstätt und Regensburg

Bambergs Erzbischof Ludwig Schick und Würzburgs Bischof Franz Jung erklärten, sie wollten gemeinsam die Herausforderung angehen. "Für die aktuellen und zukünftigen Priesteramtskandidaten ist es wichtig, dass wir ihnen eine ganzheitliche Ausbildung bieten. Hierzu gehören neben dem Studium eine große und vielfältige Seminargemeinschaft und eine gute spirituelle Begleitung." Neben München werden künftig dann nur noch in Eichstätt und Regensburg angehende Priester Theologie studieren.

Bedauern über die Entscheidung äußerte der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg, Martin Stuflesser. "Auf die Studierendenfrequenz wirkt sich diese Neuerung jedoch nur unerheblich aus." Die überwiegende Mehrheit der derzeit rund 700 Studierenden an der Fakultät absolvierten einen Lehramtsstudiengang, etwa 100 das theologische Vollstudium. (kna)

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