Kirchliche Statistik Zahl der Katholiken im Erzbistum geht leicht zurück

20.07.2018

Der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist auf dem Gebiet des Erzbistums München und Freising 2017 leicht zurückgegangen. Das hat mehrere Gründe.

Die beiden Türme des Liebfrauendoms in München
Die beiden Türme des Liebfrauendoms in München © Kiderle

München – Im vergangenen Jahr haben rund 1,695 Millionen Katholiken im Erzbistum München und Freising gelebt. Das entspricht auf dem Gebiet der Erzdiözese einem Anteil von etwa 45 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Katholiken ging damit leicht zurück, im Jahr 2016 waren es noch rund 1,719 Millionen (46 Prozent). Diese Zahlen gehen aus der Kirchenstatistik für 2017 hervor, die die Deutsche Bischofskonferenz am Freitag veröffentlichte.

Laut Erzbischöflichem Ordinariat hat der Rückgang mehrere Gründe. Die Zahl der Austritte ist mit 17.998 nahezu unverändert hoch geblieben (2016: 17.987). Zudem sei von der Stadt München eine Registerbereinigung im Einwohnermeldeamt durchgeführt worden, wodurch es zu einem Rückgang der Bevölkerung in der Stadt München gekommen sei. Auch habe sich die Zuwanderung auf das Gebiet der Erzdiözese gegenüber den Vorjahren abgeschwächt. Die Zahl der Eintritte in die katholische Kirche stieg im Erzbistum von 193 auf 302, die Zahl der Wiederaufnahmen sank von 786 auf 774.

Rund 167.000 Menschen nahmen an einem durchschnittlichen Wochenende an den Gottesdiensten teil (2016: 173.000), das sind 9,9 Prozent der Katholiken (2016: 10,1 Prozent). Etwa 3.400 Paare wurden im vergangenen Jahr auf dem Gebiet der Erzdiözese getraut, rund 14.400 Mal wurde die Taufe gespendet. Nach wie vor empfangen fast alle katholischen Kinder die Erstkommunion und die meisten die Firmung: 2017 gingen 97,5 Prozent der katholischen Kinder in der dritten Jahrgangsstufe zur Erstkommunion und 78,9 Prozent der Jugendlichen zur Firmung. Die Zahl der Beerdigungen blieb mit rund 16.800 nahezu unverändert. (ksc/pm)

Eckdaten des Kirchlichen Lebens für Deutschland

Erstmals seit 2014 hat die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche wieder leicht zugenommen. Im vergangenen Jahr kehrten 167.504 Katholiken ihrer Kirche den Rücken, das waren 5.411 mehr als 2016 (162.093). Bundesweit hatte die katholische Kirche 2017 rund 23,3 Millionen Mitglieder, was 28,2 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland entspricht. 2016 lag der Anteil bei 28,5 Prozent. Einen Zuwachs verzeichnete die katholische Kirche im vergangenen Jahr bei den Eintritten und den Wiederaufnahmen: 2017 traten 2.647 Menschen neu in die katholische Kirche ein; 2016 waren es 2.574. Zu ihrer Kirche zurück kehrten 6.685 Katholiken, 2016 lag diese Zahl bei 6.461. (kna)


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