Kirchenreformdebatte ZdK-Vizechefin: Bischöfe bereit für Veränderungen

24.09.2019

Claudia Lücking-Michel spricht den deutschen Bischöfen Bewusstsein zur Notwendigkeit von Kirchenreformen zu.

Claudia Lücking-Michel, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), setzt Hoffnung in den synodalen Weg.
Claudia Lücking-Michel, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), setzt Hoffnung in den synodalen Weg. © Julia Steinbrecht/kna

München – Claudia Lücking-Michel, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), sieht bei den deutschen Bischöfen "viel Aufmerksamkeit und Bewusstsein" beim Thema Kirchenreformen. Insbesondere in Sachen Zölibat gebe es "ganz besonders viel Bereitschaft und Erkenntnis, dass sich da jetzt etwas verändern muss", sagte Lücking-Michel dem Radiosender Bayern 2 am Montag in München. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit werde dieses Thema heftig diskutiert.

Stimme im Konzert der Weltkirche

Lücking-Michel erklärte zur angekündigten Reformdebatte "synodaler Weg": "Dieser Weg ist für mich sehr wichtig, eine große Chance, hoffentlich nicht die letzte Chance, um in unserer Kirche entscheidend etwas zu verändern."

Die Vizepräsidentin ergänzte: Man könne zwar in der deutschen Ortskirche keine Entscheidungen treffen, die verbindlich für die Weltkirche seien. Man sei aber Teil der Weltkirche. "Was uns ein wichtiges Anliegen ist: dass unsere Stimme, unsere Position entschieden im Konzert der Weltkirche vertreten wird. Und man wird merken, wer dann gehört werden kann und wie sich Stimmung verändert." Wichtig sei, dass man sich in Deutschland einige und dass die Bischöfe diese Position dann in Rom entschieden verträten.

Konstruktiver Dialog in Rom

Weiter sagte Lücking-Michel, der Brief des Papstes an die deutschen Gläubigen habe viele Sachen nicht richtig eingeordnet. Es sei gut, dass der Münchner Kardinal Reinhard Marx im Vatikan klärende Gespräche geführt habe.

Franziskus hatte Ende Juni in seinem "Brief an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland" Reformanstrengungen der deutschen Katholiken gelobt und zugleich die Einheit mit der Weltkirche angemahnt. Später hatte der Präfekt der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, in einem weiteren Brief das Vorhaben des "synodalen Weges" inhaltlich und kirchenrechtlich infrage gestellt. Kardinal Marx wies diese Vorbehalte zurück und erörterte die Thematik vergangene Woche in Rom; Marx sprach hinterher von einem "konstruktiven Dialog", der in die Beratungen der viertägigen Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe ab diesem Montag in Fulda einfließen werde. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Synodaler Weg

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