Achtsamkeit Zehn Tipps für ein ruhiges Herz

30.10.2018

Was sagt uns unser Herz und wie kann man die Ruhe des Herzens finden? Tipps für den Alltag von Therapeutin und Theologin Sibylle Loew.

Auf das Herz hören, Ruhe finden.
Auf das Herz hören, Ruhe finden. © iLUXimage – stock.adobe.com

München – Drei Milliarden Mal schlägt ein menschliches Herz ungefähr im Lauf von 75 Lebensjahren, das kann man hochrechnen. Sein Takt trägt durchs Leben - das Herz ein Leistungsträger. In unserer Alltagssprache steht das Herz für eine andere als die rein biologische Seite des Lebens. Wir sprechen von Herzensleid, von Herzlosigkeit, wenn es um Verletzungen geht und was uns wichtig ist, liegt uns am Herzen.

„Ruhelos ist unser Herz“ schrieb der Heilige Augustinus nach seiner Bekehrung „bis es ruhet in dir“. Was signalisiert unser Herz und wie kann man die Ruhe des Herzens finden? – 10 alltagstaugliche Tipps für den Alltag gibt es von Therapeutin und Theologin Sibylle Loew, katholische Leiterin der Krisenberatungsstelle Münchner Insel.

1. Verletzungen nicht einfach wegbügeln
Nimm Verletzungen ernst und suche in Ruhe das Gespräch darüber. Denn wer sich verletzen lässt, steht nicht zu sich.

2. Auf das Herz hören
Bei wichtigen Entscheidungen, frage nicht nur den Verstand und die Sachargumente ab, hör auch in dein Herz hinein. Es gibt dir die Kraft, eine Entscheidung mit allen Konsequenzen umzusetzen.

3. Gefühle ernst nehmen
Gestehe dir Raum zu für deine Empfindungen, für Glück oder Schmerz. Denn zu uns gehört nicht nur der Verstand, wir haben auch eine wahrnehmende Seele.

Podcast-Tipp

1§§Das rote Herz gehört zu den Emoticons, die am häufigsten verschickt werden. Aber nehmen wir wahr, welche Botschaften uns das eigene Herz schickt - ist es oft aus dem Takt, ist es verletzt oder ruhig? Therapeutin und Theologin Sibylle Loew, katholische Leiterin der Krisenberatungsstelle Münchner Insel, gibt in der Sendung "Einfach Leben" des Münchner Kirchenradios Antworten auf die Frage. §§ Hier geht es zum Podcast.

4. Auf die Signale des Körpers hören
Wenn der Körper dir nicht mehr folgen will und eine Pause fordert: hör auf ihn. Damit schaffst du auch Raum für Veränderung.

5. Ruhe finden
Gib der Ruhe einen Platz in deinem Leben. Es braucht Stille, es braucht Alleinsein und auch mal Rückzug.

Therapeutin und Theologin Sybille Loew
Therapeutin und Theologin Sybille Loew © SMB

6. Den Alltag unterbrechen
Finde heraus, in welcher Umgebung du ganz entspannt bei dir sein kannst. Gönn dir die Freude, Musik zu genießen oder anregende Bilder. Gönn dir ab und zu eine Pause von den Nachrichtenfilmen aus aller Welt.

7. Das Gedankenkarussel stoppen
Du hast das Recht die schlechten Nachrichten der Welt auch mal auszublenden. Bring das Gedankenkarussell zum Stehen, um wieder für Kraft zu schöpfen. Nimm mit allen Sinnen auf, was in diesem Moment um dich ist. Dann bist du ganz im Hier und Jetzt.

8. Das Herz weiten für andere (Mitgefühlsmeditation)
Rufe dir in Momenten, in denen du Zeit hast, Menschen ins Gedächtnis, die dir nah sind und schicke ihnen gute Gedanken, deine Verbundenheit. Dann erweitere den Kreis: Freunde, Kollegen, Nachbarn. Menschen, die du gesehen hast in einer schwierigen Situation, eine Frau im Rollstuhl, bei der du gespürt hast, wie mühsam das für sie ist, auch nur eine Bordsteinkante zu überwinden.
Diese Übung weitet unser Herz und es führt dir vor Augen: es geht nicht nur um mich, ich bin Teil einer großen Menschheit.

9. Gebet
Verbinde dich im Gebet mit Gott. Nutze diese Möglichkeit, eine Türe aus dem Alltag zu öffnen in den Grund deines Daseins.

10. Übung für den Alltag
Leg dir kleine Gegenstände wie Perlen oder Bohnen in eine Hosen- oder Jackentasche. Für jeden besonderen Moment am Tag, gib eine davon in die andere Tasche: Ein Mensch, der die Tür für dich aufhält, ein netter Wortwechsel im Geschäft. Und dann erinnere dich bewusst an diese kleinen Erlebnisse. Diese Unterbrechungen helfen dir im Alltagsstrom bei dir zu sein.

Monat der Spiritualität

"Die Ruhe des Herzens" ist auch das Thema des "Monats der Spiritualität 2018" des Sankt Michaelsbunds. Hier können Sie sich dazu informieren und inspirieren: zu Autoren spiritueller Bücher, zu religiösen Büchern, zu Veranstaltungen und zum Thema Spiritualität.

Die Autorin
Gabriele Hafner
Radio-Redaktion
g.hafner@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Monat der Spiritualität

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