Aktion „Farbe bekennen“ Zeichen setzen für einen Sport ohne Doping

12.08.2016

Nach den Dopingvorwürfen schauen die meisten von uns die Olympischen Spiele wohl mit gemischten Gefühlen. Der katholische Sportverband will bewusst ein Zeichen für einen sauberen Sport setzen. Doch damit das gelingt, muss sich nicht nur im Sport-Bereich etwas ändern.

Die DJK setzt ein Zeichen für einen sauberen Sport.
Die DJK setzt ein Zeichen für einen sauberen Sport. (Bild: fotolia/AnnaMoskvina) © fotolia/AnnaMoskvina

München – Der katholische Sportverband DJK (Deutsche Jugendkraft) will ein Zeichen für einen fairen und sauberen Sport setzen. Das machen sie mit neon-grünen Schnürsenkeln: Jeder, der einen solchen trägt, bekennt Farbe und steht für Sport ohne Doping. 19 000 Schnürsenkel wurden bereits verteilt. Bestellen kann sie jeder beim DJK.

Doping gibt es auch im Hobby-Bereich

Die Juniorbotschafterin für Dopingprävention, Stefanie Lenk, warnt davor Doping nur mit dem Profisport zu verbinden. Doping gibt es auch schon im Breitensport. Denn auch unter Hobby-Sportlern gibt es bereits eine Doping-Mentalität. Das bedeutet, dass man das Gefühl hat unbedingt etwas nehmen zu müssen, damit ich mir die Leistung zutrauen kann, so Lenk gegenüber der Münchner Kirchennachrichten. Eigentlich müsste der Mensch von sich aus psychisch stark genug sein und sagen „Ich kanns“ und wenn das nicht der Fall ist, sei es auch keine Niederlage. Sie selbst schaut die Olympischen Spiele mit gemischten Gefühlen. Die Anti-Doping-Beauftragte der DJK im Diözesanverband München und Freising hat Zweifel daran, dass es noch das Fairplay ist, wie es ursprünglich mal gedacht war.

Die grünen Schnürsenkel stehen für einen Sport ohne Doping.
Die grünen Schnürsenkel stehen für einen Sport ohne Doping.

Pause machen nicht vergessen

Ein Zeichen setzen und für einen dopingfreien Sport kämpfen ist ein guter Anfang. Das Thema gehört angesprochen. Doch damit ist nicht alles getan. Es muss ein Umdenken stattfinden. Und zwar nicht nur bei den Profisportlern. Die Mentaltrainerin und Physiotherapeutin Lenk hat die Erfahrung gemacht, dass Menschen schnell zu Medikamenten greifen, statt sich die Zeit zu nehme, die Krankheit auszukurieren. Grund dafür sei, die Leistungsgesellschaft, bei der wir jederzeit bereit sein müssen. Doch auch hier wäre es schon richtig, „Stopp“ zu sagen und eine Pause zu machen. Der Körper wird es einem danken. (kas)

Der DJK-Sportverband wird als der katholische Sportverband bezeichnet.Er ist ein christlich wertorientierter Sportverband unter katholischem Dach und nimmt jeden auf, der seine Orientierung mitträgt. Zum Verband zählen über 1.100 DJK-Vereine. Er hat etwa 500.000 Mitgliedern. Der DJK- Sportverband ist in Landes-und Diözesanverbände gegliedert. Hier finden Sie Infos zum Diözesanverband im Erzbistum München und Freising.


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