Malteser Rettungshundestaffel Zielsicher zur vermissten Person

15.07.2021

Die Zahl der Hundebesitzer ist durch Corona nach oben geschnellt. Die Malteser Rettungshundestaffel dürfte das freuen. Sie sucht noch engagierte ehrenamtliche Hundeführer.

Mann mit Hund
Hunde mit guten Spürnasen, können als Rettungshunde enigesetzt werden. © Malteser/F. Helmich

Neuried – Hunde sind nicht nur Haustiere. Sie können noch viel mehr. Zum Beispiel Leben retten. Das muss man mit den Vierbeinern natürlich üben. Wer einen Hund mit einer guten Spürnase hat, kann sich zum Beispiel bei der Malteser Rettungshundestaffel Dachau ehrenamtlich engagieren. Im Rahmen dieser Schnelleinsatzgruppe üben Frauchen und Herrchen mehrmals die Woche, um ihre Hunde für den Einsatz als Rettungshunde fit zu machen, erklärt der ehrenamtliche Leiter der Rettungshundestaffel, Karl-Michael Brand.

Dieses Mal treffen sich die Hunde-Liebhaber am frühen Abend auf einem Parkplatz in Neuried im Münchner Süden. Das Gelände liegt am Waldrand. Es ist ein ideales Terrain für das Mantrailing, das die erfahrenen Hundeführer interessierten Hundebesitzern demonstrieren möchten. Beim Mantrailing gingen Hunde der Individualspur einer vermissten Person nach, erklärt der Einsatzleiter der Rettungshundestaffel, Alexander Sperl. Von der vermissten Person brauche man den Abgangspunkt sowie einen Geruchsartikel. “Und dann sucht der Hund diese einzelne Person“.

Vermisstensuche muss den Hunden Spaß machen

Nachdem die meisten Frauchen und Herrchen mit ihren Vierbeinern eingetrudelt sind, übernimmt Ausbilderin Fiorenza Hartmann das Kommando. Sie holt ihre Hündin Marli aus dem Wagen. Die soll die bereits im Wald versteckte Person anhand eines Kopfhörers, der dieser Person gehört, finden. Marli sei hochmotiviert, so Hartmann, denn sie wisse, dass sie nun Spaß haben werde, und das sei schließlich die Grundvoraussetzung, dass der Hund beim Mantrailing erfolgreich ist. Dann geht alles ziemlich flott. Marli schnüffelt am Kopfhörer und zieht gleich darauf ihr Frauchen Richtung Wald. An einer Kreuzung im Wald ist Mali sich kurz unsicher, prescht aber dann zielsicher nach links ins Unterholz zur gesuchten Person. In diesem Moment sieht es so aus, als ob Fiorenza Hartmann die Kontrolle über ihren Hund verliert, die Leine scheint ihr zu entgleiten. Der Eindruck täuscht. Sie habe die Hundeleine bewusst losgelassen, erklärt die erfahrene Hundeführerin. Denn „wenn sie so schnell wird, dann weiß ich, sie ist am Schluss“. Als Finderlohn gibt es für Marli natürlich noch ordentlich „Leckerlis“.

Zeitintensives Hobby

Zwei bis drei Jahre müsse ein Hund üben, bis er die Leistung bringen kann, die Marli gezeigt hat, so Brand. Hinzu kämen dann noch die Einsätze. In normalen Jahren rücke man bis zu fünfzig Mal aus. Hundeführer zu sein ist also zeitaufwändig. „Man hat keine anderen Hobbys“, meint Alexander Sperl. Es sei deshalb schwierig, Hundebesitzer zu finden, die sich darauf einlassen. „Wir suchen immer Ehrenamtliche mit Hund“, so Brand, und das bleibe auch in Zukunft mit Blick auf die Einsatzfähigkeit die größte Herausforderung.

Podcast-Tipp

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Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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