Manege frei in Velden Zirkus zum Mitmachen

31.08.2019

Beim Sommerferien-Mitmachzirkus haben angehende Ministranten ihre Talente testen können.

Clara (links) und ihre Partnerin bekamen viel Beifall.
Clara (links) und ihre Partnerin bekamen viel Beifall. © Kronseder

Velden – So hoch unter dem Zirkusdach schweben, das wäre schon toll“, schwärmte Clara von Soden aus Neufraunhofen, eine angehende Ministrantin im Pfarrverband (PV) Velden. Die aufgeweckte Neunjährige war eine der 105 Teilnehmer, die beim Sommerferien-Mitmachzirkus der Familie Stefanie Frank einen Einblick in die bunte Zirkuswelt bekommen haben. Mit Clara, die sich entschied, eine Luftnummer am Ring einzustudieren, waren mehr als 30 Ministranten aus Geisenhausen und Umgebung unter den jungen Zirkusartisten. Denn entstanden war dieses Angebot aus einer Idee der Oberministrantinnen und -ministranten mit Unterstützung von Jugendseelsorger Andreas Steinhauser von der Katholischen Jugendstelle Landshut und der Zirkusfamilie, die dazu ein Zelt auf dem Geisenhausener Volksfestplatz aufgestellt hatte.

Höhepunkt war der Gala-Abend

Mädchen und Buben im Alter von sechs bis 13 Jahren lernten so ein buntes Spektrum an Kunststücken und ihre versteckten Talente kennen: als Bodenakrobaten bauten sie eine Menschenpyramide, sprangen auf dem Trampolin, machten als bunte Clowns Späßchen mit ihren ahnungslosen Mitmenschen, zeigten als mutige Artisten bei einer Hochseilnummer am Vertikalseil oder am Trapez ihr Können, bewiesen als Jongleure mit Tüchern und Bällen ihre Fingerfertigkeit und vieles mehr. Eine Woche lang probierten sie die Kunststücke aus und studierten eine selbst gewählte Darbietung ein. Höhepunkt für die Akrobaten war der abschließende Gala-Abend, bei dem sie das Erlernte in echter Zirkusatmosphäre vor Publikum vorführen konnten. So übten und feilten sie mit ihren Trainern an den Kunststücken, jeder war bestens vorbereitet, keiner brauchte Angst vor dem Auftritt zu haben, auch Ministrantin Clara nicht.

Wie die Profis turnten Clara von Soden (unten am Ring) und ihre Kollegin bei ihrer Luftakrobatik-Nummer.
Wie die Profis turnten Clara von Soden (unten am Ring) und ihre Kollegin bei ihrer Luftakrobatik-Nummer. © Kronseder

Schon bei der Generalprobe für die Gala am Freitagvormittag beobachtete sie gespannt das Geschehen in der Manege. Kaum etwas entging ihrer Aufmerksamkeit. Fasziniert war sie von der Hula-Hoop-Aufführung, bei der ihre sechsjährige Schwester Helena mitwirkte, und der Bodenakrobatik. Besonders lustig fand Clara die Clowns. Auf die angekündigten wilden Tiere war sie sehr gespannt. Als die Giraffe, das Zebra, das Nashorn und der Esel hereintrabten, erkannte sie aber sofort, dass es keine echten Tiere waren, „weil die ja alle Turnschuhe anhatten“, versicherte sie amüsiert.

Gelungener Auftritt

Als sich dann der Vorhang für den Gala-Abend öffnete, wurde es Ernst für Clara und ihre Mitstreiter, die alle ihren familiären Fan-Club mitgebracht hatten. Das Zirkuszelt war sommerlich aufgeheizt und bis auf den letzten Platz gefüllt. Bald nach der Pause war Claras Auftritt an der Reihe, die Nervosität war ihr anzumerken. Strahlend betrat sie mit den Kolleginnen ihrer Nummer die Manege und genoss den Applaus. Konzentriert führten sie und ihre Partnerin die einstudierte Übung vor. In luftiger Höhe turnten sie wie die Profis am Ring, zeigten gelenkige Übungen bis hin zum Spagat. Nach dem Abgang war ihnen die Freude über den gelungenen Auftritt und die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Es war ein tolles Gefühl, dass ich das geschafft habe“, berichtete Clara anschließend begeistert. „Ich hätte es mir vorher nie zugetraut, so etwas zu machen, und auch nie geglaubt, es lernen zu können. – Aber alles war einfach toll, ich hätte es am liebsten gleich nochmal vorgeführt!“

Messe mal anders: Rosemarie Bär-Betz (rechts) und Andreas Steinhauser gestalteten einen Gottesdienst im Zirkuszelt.
Messe mal anders: Rosemarie Bär-Betz (rechts) und Andreas Steinhauser gestalteten einen Gottesdienst im Zirkuszelt. © Kronseder

Akrobatisches Gotteslob

Dass alle Nachwuchsartisten so erfolgreich ihr Können unter Beweis stellten, mag vielleicht auch am göttlichen Segen liegen, den das Ferienangebot bekam. Denn Jugendseelsorger Steinhauser lud unterstützt von seiner Kollegin Rosemarie Bär-Betz, Gemeindereferentin vom PV Geisenhausen, zu einem abendlichen Gottesdienst unter dem Motto „Manege frei“ ins Zirkuszelt ein. Dafür hatten sie Schauspieler Antonio D’Auria engagiert. Er inszenierte eindrucksvoll die Geschichte vom „Betenden Gaukler“. Sie erzählt von einem Spielmann, der Gott durch seinen Tanz und seine Akrobatik lobt. Gemeinsam mit Steinhauser versuchte D’Auria zudem, basierend auf einem Psalmtext Licht, Erde, Luft und Wasser als zentrale Elemente des Lebens schauspielerisch darzustellen. Anstatt einer Predigt hatten die Gäste die Gelegenheit, diesen vier Elementen aktiv näher zu kommen: Zum Lob auf das Licht malten sie beim „Lightpainting“ mit einer Taschenlampe Figuren in die Luft, zum Lob auf die Erde konnten Samen in einen kleinen Blumentopf gesät werden, die Luft wurde mit Akrobatik aufgegriffen, unterstützt von der Zirkusfamilie, und Wasser gab es in der „Chillout-Area“, zum Beispiel bei einem entspannenden Fußbad. Bei den Fürbitten konnte jeder per Smartphone in einem Schlagwort sein Anliegen einsenden, das Ergebnis wurde dann als „Wortwolke“ auf einer Leinwand dargestellt. Musikalisch getaltet wurde der Gottesdienst von den Barbara Singers aus Geisenhausen.

Ein weiterer Abend der „Zirkuswoche“ stand ganz im Zeichen der Wohltätigkeit. Hans Pollner, Fotograf, Autor und Kabarettist, präsentierte eine bunte Mischung aus Bildern und Geschichten zum Schmunzeln und Staunen. Den musikalischen Part mit regionalem Liedgut aus Niederbayern übernahm die Kapelle „Quetschnblech“. Schwungvoll begeisterte auch der Landshuter Gospelchor das Publikum und lud zum Mitsingen ein. Natürlich waren auch die „Hausherren“, die Zirkusfamilie Frank, mit dabei und begeisterten mit artistischen Einlagen. Alle Künstler verzichteten auf ihre Gage zugunsten der Notfallseelsorge Landshut Süd und des Familienzentrums Vilsbiburg. Für Jugendseelsorger Andreas Steinhauser war es eine intensive, aber auch bereichernde Woche. „Es war schön zu sehen, dass die Kinder und Jugendlichen so viel Freude am Üben und Vorführen des Erlernten hatten“, schwärmte er. (Monika Kronseder)


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