Ausbau der Kindertagesbetreuung Zu wenig Plätze?

19.05.2017

In Deutschland fehlen fast 300 000 Betreuungsplätze für Kleinkinder, berichtet die "Bild"-Zeitung diese Woche unter Berufung auf Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Wegen der hohen Geburtenrate werde der Mangel noch größer werden. Wir haben nachgefragt, wie die Situation in Bayern ist.

Kinder der Kita Sankt Heinrich in München bei der Zahnpflege. © SMB/SSchmid

München – Die Nachfrage der Eltern in Bayern nach Kindertagesbetreuung ist anhaltend groß. Auch in Bayern besteht eine Lücke zwischen dem Bedarf der Familien an Kita-Plätzen und der Betreuungsquote. Für Kinder in allen Einrichtungen der Kindertagesbetreuung, Krippe, Kindergarten und Hort, werden Plätze benötigt. 2015 besuchten in Bayern 519 673 Kinder eine Kindertageseinrichtung, zum Stichtag 01.03.2016 waren es bereits 533 317 Kinder.

Der Nachfrage entsprechen Träger in Bayern mit dem kontinuierlichen Ausbau von weiteren Plätzen. „Mit den Mitteln des vierten Investitionsprogramms Kinderbetreuungsfinanzierung des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend werden die Träger unterstützt, die Lücke zu schließen“, so Maria Magdalena Hellfritsch, Geschäftsführerin des Verband katholischer Kindertageseinrichtungen in Bayern.

Der steigende Betreuungsbedarf zeigt sich auch in den katholischen Einrichtungen. 2015 wurden 181 048 Kinder betreut, 2016 waren es bereits 183 601. Insgesamt sind in der Kindertagesbetreuung zwei Trends zu verzeichnen: Zum einen steigt für alle Altersbereiche die Nachfrage an Ganztagsplätzen. Zum anderen sind besonders Plätze für Kinder ab dem ersten Lebensjahr nachgefragt.

Quantitativer und qualitativer Ausbau Hand in Hand

Angesichts des quantitativen Ausbaus der Kindertagesbetreuung darf die qualitative Entwicklung nicht aus den Augen verloren werden. „Quantitativer und qualitativer Ausbau müssen hier Hand in Hand gehen“, fordert Maria Magdalena Hellfritsch, Geschäftsführerin des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern.

Eltern wünschen sich verbindliche Qualitätsstandards im Hinblick auf den Betreuungsschlüssel, die Ausbildung von pädagogischem Personal und eine gesunde Kita-Verpflegung. Die Pädagogik jedoch soll sich individuell an den Kindern und Familien orientieren. Um künftig die höhere Qualität sicher zu stellen, ist daher nicht nur eine dauerhafte Finanzierung von Plätzen vonnöten, sondern es müssen auch Mittel für die nachhaltige Qualitätsentwicklung fließen. „Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, muss das Bundesqualitätsentwicklungsgesetzt so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden“, so Maria Magdalena Hellfritsch. (agf/sts)


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