Synodaler Weg Zuhören führt zum Erfolg

03.02.2020

Letzte Woche hat die erste Synodalversammlung in Frankfurt stattgefunden. Um erfolgreich zu sein, muss zugehört werden. Das scheint manchen schwer zu fallen. Ein Kommentar von Katharina Sichla.

Ein Teil des Gesichts einer Frau ist zu sehen, sie hät ihre Hand hinters Ohr
Zuhören ist manchmal ganz schön schwer. © BillionPhotos.com - stock.adobe.com

Zuhören. Das klingt so einfach. Doch wie oft ertappen wir uns dabei, dass wir es nicht tun. Oft denken wir, dass wir bereits wissen, was der andere sagt. Zuhören kann echt schwer sein. Gerade wenn wir mit Herzblut bei der Sache sind.

Bei der ersten Synodalversammlung in Frankfurt stand Leidenschaft auf der Tagesordnung. Ich habe viele Menschen erlebt, die begeistert sind vom Glauben. Sie brennen und wollen sich deshalb an dem Reformprozess beteiligen. Doch es ist keine Überraschung, wenn ich schreibe, dass 230 Menschen nicht die gleiche Vorstellung von der Zukunft der Kirche haben.

Hoffnungsvolles Zeichen

Damit der Synodale Weg erfolgreich wird und die katholische Kirche an Glaubwürdigkeit zurückgewinnt, werden die Mitglieder Beschlüsse fassen. Dies gelingt, wenn ehrlich zugehört wird. Und zwar nicht halbherzig, weil man glaubt, die Meinung des anderen schon zu kennen, sondern wirklich mit einem offenen Ohr. Gepaart mit der Haltung: „Der andere könnte ja auch Recht haben“. Das habe ich bei den meisten Mitgliedern der Versammlung in den letzten Tagen erlebt. Das hat mich hoffnungsvoll gestimmt.

Keine vorformulierten Statements

Aber ich habe auch Bischöfe gesehen, die - in einem Sitzungssaal ohne Drucker - mit ausgedruckten Texten vortraten und sich äußerten.  Mich irritiert daran nicht, dass sich jemand Notizen macht, sondern, dass sich die Personen scheinbar schon zu Hause Gedanken gemacht haben, was sie sagen wollen. Deshalb hoffe ich, dass gerade diejenigen, die nur über ihre eigenen Statements nachgedacht haben, beim nächsten Mal auch daran denken, den anderen zuzuhören. Vielleicht sind die ausformulierten Statements danach überholt.

Die Autorin
Katharina Sichla
Teamleiterin mk online
k.sichla@st-michaelsbund.de

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Synodaler Weg

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