Auferstehung Zukunft über den Tod hinaus

31.03.2018

Dass die Geschichte Jesu über seinen Tod hinausreicht, damit hätten die Jünger damals nicht gerechnet. Doch was hat sich dadurch verändert?

Jesus ist auferstanden - diese Erkenntnis hat für die Jünger alles verändert.
Jesus ist auferstanden - diese Erkenntnis hat für die Jünger alles verändert. © AdobeStock/vovik_mar

München – Am Anfang war der Osterglaube. Ohne das Bekenntnis zur Auferstehung Jesu gibt es kein Bekenntnis zu Jesus Christus. Die Geschichte Jesu endete am Kreuz, der Gottesbote aus Nazaret schien gescheitert, gottverlassen. In seinem Namen die Botschaft vom Reich Gottes einfach weiter verkünden? Unmöglich. Die Jünger flohen schon bei der Verhaftung Jesu. Dass sie sich wieder sammelten und erneut öffentlich auftraten, überraschte sie selbst. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass die Geschichte Jesu über seinen Tod hinausreicht. Nach dem Karfreitag machten sie aber eine Erfahrung, die sie nicht anders als durch den Osterglauben deuten konnten: Gott hat Jesus von den Toten auferweckt und in göttliche Macht eingesetzt.

Gottesbote aus Nazaret ist nicht gescheitert

Damit rückte die Person Jesu und ihre Bedeutung für die Menschen ins Zentrum der Botschaft, es geht nun um das Bekenntnis zu Jesus als Messias, Sohn Gottes und Herr, als Richter der Lebenden und Toten. Zugleich wird mit dieser Botschaft auch die Geschichte Jesu ins Recht gesetzt: Der Gottesbote aus Nazaret ist nicht gescheitert und gottverlassen, sein Wirken und seine Verkündigung geht uns nach wir vor an. Nichts wüssten wir von diesem Wirken ohne den Glauben an die Auferstehung Jesu; er allein hat dazu geführt, dass die Erinnerung an Jesus wachgehalten wurde und in die Evangelien mündete.

Gerd Häfner ist Professor für Biblische Einleitungswissenschaft an der LMU München.
Gerd Häfner ist Professor für Biblische Einleitungswissenschaft an der LMU München. © privat

Anführer des Lebens

Im Osterglauben geht es aber nicht nur um die Bedeutung von Person und Geschichte Jesu, sondern auch um die Glaubenden selbst. Ihnen wird eine Zukunftsperspektive über den Tod hinaus eröffnet. Christus ist, wie Paulus sagt, der „Erstling der Entschlafenen“ (1 Kor 15,20), die Apostelgeschichte spricht von ihm als „Anführer des Lebens“ (Apg 3,15). In seiner Auferstehung hat er einen Weg für andere gebahnt. Für Paulus geht es dabei um den Kern des christlichen Bekenntnisses: „Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus gehofft haben, so sind wir die elendsten von allen Menschen“ (1 Kor 15,19).

Gottesgemeinschaft lässt sich nicht beschreiben

Jenes andere Leben wird im Neuen Testament nicht beschrieben, sondern in unterschiedlichen Bildern angedeutet. Für Paulus ist es Gemeinschaft mit Christus: „für immer beim Herrn sein“ (1 Thess 4,17). Er versucht auch, der Gemeinde von Korinth die Existenzweise der Auferweckten mit der Rede von einem „geistlichen Leib“ deutlich zu machen. Dabei hebt er sehr stark darauf ab, dass dieser Leib ganz anders ist als der irdische: unvergänglich, unsterblich (1 Kor 15,35-53). Der „geistliche Leib“ ist nicht der wiederbelebte Leichnam, entscheidend ist: Dieselbe Person wird in ihrer Individualität und mit ihrer Lebensgeschichte in die bleibende Christusgemeinschaft aufgenommen.

Die Offenbarung des Johannes entfaltet das Bild vom himmlischen Jerusalem als einer überaus prächtigen Stadt, ist aber auch zurückhaltend, sofern es um das Leben in dieser Stadt geht: keine Trauer, keine Not wird es geben (Offb 21,4), keinen Mangel (22,2). Die Gottesgemeinschaft, auch hier der zentrale Gedanke, lässt sich nicht beschreiben. Von ihrer Wirklichkeit dürfen sich die Glaubenden überraschen lassen. (Gerd Häfner, Professor für Biblische Einleitungswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München)


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