Neue Ständige Diakone Zum Aufbau der Gemeinde

26.09.2020

Neun Männer empfingen im Münchner Liebfrauendom die Diakonweihe. Im Gottesdienst wurde auch den Opfern des Oktoberfestattentats vor 40 Jahren gedacht.

Kardinal Marx mit den neugeweihten Diakonen
Kardinal Marx mit den frisch geweihten Diakonen. © Kiderle

München – Bei einem feierlichen Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom weihte Kardinal Reinhard Marx neun Männer zu Diakonen. Fünf der Neugeweihten werden hauptberuflich als Diakone arbeiten, die übrigen werden den Dienst nebenberuflich ausüben. Als Leitwort für ihre Diakonenweihe haben sie ein Wort aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer ausgewählt: „Lasst uns also nach dem streben, was zum Frieden und zum Aufbau der Gemeinde beiträgt.“

Gedenken an Opfer des Oktoberfestattentats

In seiner Predigt gab Kardinal Marx den Männern mit, sie sollen in ihrem Dienst den Menschen „helfen zu entdecken, dass Christus in ihrem Leben gegenwärtig ist“. Eine besondere Aufgabe der Diakone sei es, auf die zu schauen, „die im Schatten stehen, am Rande stehen“, so der Erzbischof: „Gerade jetzt in der Coronazeit ist das noch mal sichtbar geworden: die Alten, die einsam sind, die Kinder, die nicht zum Kindergarten oder in die Schule gehen konnten. Es gab noch eine ganze Reihe von Menschen, die in dieser Zeit besonders gelitten haben, und das gilt für alle Zeiten.“

Außerdem nahm der Kardinal den 40. Jahrestag des Oktoberfestattentats zum Anlass, um zum Einsatz gegen Rechtsradikalismus und Rassismus aufzurufen. „Wir müssen dagegen vorgehen, auch als Kirche. Wir müssen unsere Stimme erheben und uns einsetzen, auch im kleinen Kreis, auch in unseren Pfarreien. Das fängt mit der Sprache an, das fängt mit den Haltungen an“. Marx schloss die 13 Toten und alle Verletzten, „die bis heute darunter leiden“, in sein Gebet ein.

Neue Ständige Diakone

Im Weihegottesdienst wirkte der neue Bischöfliche Beauftragte für den Ständigen Diakonat in der Erzdiözese München und Freising, Domkapitular Monsignore Thomas Schlichting, zum ersten Mal in dieser neuen Rolle mit. Er war von Erzbischof Kardinal Marx zum 1. September zum Bischöflichen Beauftragten ernannt worden.

Diakon

„Diakon“ ist das griechische Wort für „Diener“. Diakone widmen sich insbesondere dem Dienst am Menschen und der Sorge für in Not geratene, kranke und alte Menschen. Insbesondere Diakone mit Zivilberuf sind auch in ihrer Arbeitsumgebung als Seelsorger präsent. Weihekandidaten haben sich durch kirchliches Engagement, im Beruf sowie in Ehe und Familie oder in eheloser Lebensform bewährt und bringen diese Erfahrungen in ihre neue Aufgabe ein. Sie haben zudem eine mindestens vierjährige berufsbegleitende Ausbildung absolviert, die sowohl ein Theologiestudium als auch Praxisinhalte umfasst. Zu Diakonen werden neben Männern, die nach der Weihe als Ständige Diakone wirken, auch Männer geweiht, die die Priesterweihe anstreben.

Das sind die neuen Diakone: Mark Achilles (52) aus Landshut, verheiratet, zwei Kinder, ist Geschäftsführer im Münchner Bildungswerk und ist als nebenberuflicher Diakon im Pfarrverband Achdorf-Kumhausen vorgesehen. Rainer Borgfeldt (40) aus Taufkirchen, verheiratet, vier Kinder, soll künftig als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Tacherting eingesetzt werden. Peter Kleinert (45) aus Piding, verheiratet, drei Kinder, ist als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Stiftsland Berchtesgaden vorgesehen. Andreas Meier (35) aus Hauskam, verheiratet, ein Kind, ist Lehrer im Kirchendienst und wird künftig nebenberuflich als Diakon im Pfarrverband Irschenberg wirken. Aleksander Pavkovi? (43) aus München, verheiratet, ist Berater für digitale Barrierefreiheit und ist als nebenberuflicher Diakon in der Münchner Pfarrei Herz Jesu vorgesehen. Michael Schedl-Baron von Brockdorff (48) aus München, verheiratet, zwei Kinder, wird als hauptberuflicher Diakon im Münchner Pfarrverband Harlaching tätig sein. Peter Solfrank (59) aus München, verheiratet, ein Kind, ist Journalist und ist als nebenberuflicher Diakon im Pfarrverband Sendling vorgesehen. Manish Thomas (42) aus Zorneding, verheiratet, drei Kinder,  wird künftig als hauptamtlicher Diakon in der Münchner Pfarrei Christus Erlöser wirken. Thomas Tomkin (39) aus München, verheiratet, zwei Kinder, ist als hauptberuflicher Diakon in der Stadtkirche Germering vorgesehen.

Mit den neugeweihten Diakonen werden im Erzbistum München und Freising insgesamt 293 Ständige Diakone tätig sein. (vt/pm)


Das könnte Sie auch interessieren

Kardinal Marx beim Aussendungsgottesdienst 2019 im Münchner Liebfrauendom
© Kiderle

Neue Gemeindereferenten für das Erzbistum

Sieben Gemeindereferentinnen und drei Gemeindereferenten sendet Kardinal Reinhard Marx am 17. Oktober aus. Nach ihrer Ausbildung widmen sie sich jetzt der Arbeit in Pfarreien und Pfarrverbänden.

13.10.2020

Weihekandidaten liegen am Boden
© Kiderle

Zur Verkündigung bestellt

Am 26. September werden neun Männer im Münchner Liebfrauendom zu Ständigen Diakonen für das Erzbistum geweiht. Ausbildungsleiter Horst Blüm schreibt über den Weg bis zur Weihe.

15.09.2020

Mann sitzt auf Boden und nutzt ein Tablet
© SolisImages - stock.adobe.com

Paulus hätte getwittert

In der Coronakrise musste die Kirche neue Formate entwickeln, um die Menschen zu erreichen. Dabei setzte sie verstärkt auf das Internet. Dass die Kirche damit auf einem guten Weg ist, belegen die...

20.08.2020

Männer liegen auf dem Boden
© Kiderle

Diakonweihe in Coronazeiten

Erzbischof Reinhard Marx würdigt die neu geweihten Diakone als „lebendigen Brief Christi“. Corona beeinflusste nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern auch den Akt der Weihe selbst.

31.05.2020

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren