Dekan Theil zur Einheit der Christen Zum Dialog gibt es keine Alternative

19.01.2018

Christinnen und Christen sind herausgefordert, ihre unterschiedlichen Profile deutlich als Angebot eines pluralen Miteinanders zu leben. So Dekan David Theil.

Dekan David Theil
Dekan David Theil © privat

Die Zusammenarbeit in der ACK-München ist geprägt von geschwisterlichem Vertrauen und gegenseitigem Respekt in den unterschiedlichen christlichen Traditionen. Besonders berührend war in der vergangenen Zeit der Blick mit den verfolgten Märtyrerkirchen auf die vielen bedrängten Lebenssituationen der Christinnen und Christen, die in großen Teilen der Welt verfolgt werden. Im Jahr des Reformationsgedächtnisses haben wir neue Hoffnung schöpfen dürfen, dass Feindschaft und gegenseitige Verurteilung überwunden werden kann und wir im Geist der Freundschaft Jesu Verbindendes gemeinsam leben wollen und können. Dies ist ein wichtiger Impuls auch für den interreligiösen Dialog, in der Treue zur eigenen Sendung, aus der Mitte der Botschaft unseres christlichen Glaubens, das Recht eines jeden Menschen auf ein freies, verantwortetes und selbst-bestimmtes Leben zu stärken.

Mitmenschliche Gesellschaft bauen

Gerade in einer Zeit, in der Ausgrenzung und verächtliches Sprechen über Menschen und deren Schicksale wieder in Teilen der Gesellschaft salonfähig werden, sind wir Christinnen und Christen herausgefordert, unsere unterschiedlichen Profile deutlich als Angebot eines pluralen Miteinanders zu leben, und so eine Alternative gegen Kleinmut, Mief und Enge anzubieten. Im Kleinen eine Vielfalt üben und bezeugen, die auch im Großen unserer bunten Stadt möglich ist und in Treue zur eigenen Tradition ein weltoffenes, freies Europa im Blick zu behalten, in der Hoffnung, dass an allen Orten, an denen Christinnen und Christen leben, im Namen des menschgewordenen Gottes, auch der Andere, der Fremde, der Andersartige zuallererst mit uns Mensch ist und so aus christlicher Verantwortung überall in der einen Welt an einer mitmenschlichen Gesellschaft zu bauen, dazu ermutigt mich auch mein Engagement in der ACK-München. Ich bin fest davon überzeugt: Zum Dialog gibt es keine Alternative. (Der Autor David Theil ist Dekan München Innenstadt, Leiter des Pfarrverbands München-Altschwabing, Pfarrer von St. Ursula und St. Silvester in München und Mitglied im ACK-Vorstand München)

Wissenswert

Von 18. bis zum 25. Januar wird die Gebetswoche für die Einheit der Christen begangen. Organisiert wird sie in Deutschland von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Die ACK ist ein 1948 gegründeter Zusammenschluss christlicher Kirchen in Deutschland zum Zweck der Förderung ökumenischer Zusammenarbeit und der Einheit der Kirchen.


Das könnte Sie auch interessieren

Ein Hauch von Florenz in München: die Kuppel von Sankt Ursula.
© SMB/Witte

Ziegel statt Blech Kuppelrenovierung in Schwabing abgeschlossen

Die Sankt-Ursula Kirche im Münchner Stadtteil Schwabing hat ein neues Kuppeldach. Es wurde nach historischem Vorbild mit Ziegeln eingedeckt und ersetzt das bisherige grüne Kupferblech.

21.10.2019

© Kiderle

Serie: Auf eine Fastensuppe mit ... Dem Wesentlichen nachspüren

„Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten.“ (Mt 6,16) - Nach diesem Motto versteht Dekan David...

15.03.2019

Einzug mit dem Chor der St. Uriel-Gemeinde
© Kiderle

Gebetswoche für Einheit der Christen "Konfessions-Grenzen verlieren an Macht"

Zum Auftakt der Gebetswoche für die Einheit der Christen predigte der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm im katholischen Liebfrauendom. Zudem stand eine christliche Münchner Gemeinde...

24.01.2018

Ökumene Die Einheit der Christen ist der Wille Gottes

Von 18. bis zum 25. Januar wird die Gebetswoche für die Einheit der Christen begangen. Apostolos Malamoussis sieht gerade in den unterschiedlichen Ansichten, Riten und Traditionen der Kirchen eine...

16.01.2018

Gruppenbild nach dem Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen im Januar 2017 in der evangelischen St. Matthäuskirche in München
© Kiderle

Ökumene Einheit wächst mit jedem Tag

Nach dem Reformationsgedenken ist vor der Gebetswoche für die Einheit der Christen: Florian Schuppe beschreibt, wie es mit der Ökumene weitergeht.

16.01.2018

Einen besonderen Höhepunkt im Reformationsgedenkjahr im Erzbistum bildete der Versöhnungsgottesdienst in Miesbach unter der Leitung von Weihbischof Wolfgang Bischof.
© Kiderle

Reformationstag Was für eine Fülle!

Über 100 Veranstaltungen haben im Erzbistum die ökumenische Chance des Reformationsgedenkens aufgegriffen - hier lesen Sie, wie der Bereichsleiter Ökumene im Münchner Ordinariat auf das...

31.10.2017

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren