Schäftlarner Konzerte Zusammenspiel von Musikern und geistlichem Ort

02.03.2018

Die "Schäftlarner Konzerte" werden 50. Zum Jubiläum erwartet die Besucher der fünf Musikabende ein besonderes Programm.

Von links: Kloster-Verwaltungsleiter Stefan Rührgartner, Susanne Rieder (Förderkreis), Michael Forster (Leitung Konzerte), Abt Petrus Höhensteiger und Christian Schenk (Organisation)
Von links: Kloster-Verwaltungsleiter Stefan Rührgartner, Susanne Rieder (Förderkreis), Michael Forster (Leitung Konzerte), Abt Petrus Höhensteiger und Christian Schenk (Organisation) © Kiderle

Schäftlarn – Es ist eine ganz besondere Konzertreihe, die dieses Jahr ihr Jubiläum feiert: Seit fünfzig Jahren tauschen Musiker für die „Schäftlarner Konzerte“ Konzertsaal gegen Klosterkirche, statt Mitarbeitern stellen Schüler des zugehörigen Gymnasiums ehrenamtlich die Stühle auf. Das alles macht sich laut Susanne Rieder auch in der Atmosphäre bemerkbar: „Es ist hier etwas ganz Besonderes, die Kirche, das Kloster, die Konzerte, Menschen, die hier etwas auf die Beine stellen – sie haben eine gemeinsame Begeisterung“, sagte die Vorsitzende des Förderkreises der Schäftlarner Konzerte bei der Vorstellung des diesjährigen Programms.

Aber nicht nur die Konzerte werden 50, sondern auch Michael Forster, der die künstlerische Leitung von seinem Vater übernommen hat. Benno Forster hatte die Reihe während seiner Zeit als Musiklehrer am Gymnasium Schäftlarn gegründet – die ersten Konzerte fanden im Sprechzimmer oder in der Turnhalle statt. Forster kam zugute, dass seine Studienkollegen Spitzenpositionen in großen Münchner Orchestern innehatten. Und auch heute noch speist sich das Schäftlarner Orchester aus Instrumentalisten des Bayerischen Staatsorchesters, der Münchner Philharmoniker und des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.

Jedes Konzert für ein Jahrzehnt

Das Jubiläumsprogramm von 2018, dessen fünf Konzerte klingende Namen tragen wie „Goldener Barock“ oder „Blühendes A-Dur“, soll eine Hommage an das Vergangene sein. „Wir haben versucht, in diesem Programm die letzten 50 Jahre als Leitfaden zu benutzen, sodass jedes Konzert für ein Jahrzehnt stehen könnte“, erklärte Michael Forster. Der erste Abend am 5. Mai, ein Trompetenkonzert mit dem Solotrompeter der Münchner Philharmoniker Guido Segers, erinnere etwa an die Zeit des französischen Trompeters Maurice André.

Auf ein Werk dieses Abends freut sich Forster besonders. „Die Sinfonie 48 ist eine der spannendsten Sinfonien, die je geschrieben wurden. Haydn experimentiert in einem Maße, wie man es nicht von ihm gewohnt ist. Er bringt nicht nur die Harmonik und den formalen Teil der Sinfonie an den Rand seiner Möglichkeiten, sondern zusätzlich zwei Hörner, die in Blockflötenlage spielen“, beschrieb der Dirigent. „Das soll schon ein Jagdstoß in die nächsten 50 Jahre sein“, betonte er.

Das Zusammenspiel von den Musikern und dem geistlichen Ort funktioniert bis heute: „Wir sind dem Kloster sehr dankbar, wir fühlen uns sehr aufgehoben mit unseren Ideen“, erklärte Forster. Die Bandbreite des Programms reicht von Antonio Vivaldi bis Igor Strawinsky. Auch das Finale ist ganz in seinem Sinne. Denn die Theresienmesse von Joseph Haydn wird nicht nur am Konzertabend, sondern auch im Hochamt erklingen. „Wie könnte man eine Konzertsaison schöner aufhören als mit einer Messe?“, so der Musiker. (Theresia Lipp)

Schäftlarner Konzerte

Hier erfahren Sie mehr über die Konzertreihe.


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