Religionsunterricht Zustimmung aus München für Merkel-Rede

26.01.2017

Angela Merkel hält den Religionsunterricht für wichtiger denn je. Sandra Krump aus dem Münchner Ordinariat bestätigt die Kanzlerin. Besonders den Religionslehrern komme eine Schlüsselrolle zu.

Der Religionsunterricht ist an bayerischen Schulen Pflichtfach.
Der Religionsunterricht ist an bayerischen Schulen Pflichtfach. © imago/Steinach

München – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den schulischen Religionsunterricht beim Diözesanempfang des Bistums Würzburg als unverzichtbar bezeichnet. Eine Aussage, über die sich die Münchner Ordinariatsdirektorin Sandra Krump freut. Der deutsche Religionsunterricht sei in Europa relativ einzigartig und in ihm stecke gerade in einer sich verändernden Gesellschaft „sehr viel Potential“, sagte Krump mk online. Sie leitet in der Erzdiözese München und Freising das Ressort Bildung. „Es gibt ein reichhaltiges religiöses Schulleben, unser Religionsunterricht ist gut in den Schulen verankert“, betonte Krump. Dies führe zu einer positiven Schulkultur, die das Zusammenleben von Kindern unterschiedlicher religiöser Prägung fördere.

Früher, so Krump, habe es fast ausschließlich einen katholischen oder evangelischen Religionsunterricht an den Schulen gegeben. Die Schüler vergangener Jahrzehnte seien überwiegend religiös sozialisiert worden und in ihren Pfarrgemeinden verankert gewesen. „Heute hat sich die Gesellschaft gewandelt und der Religionsunterricht auch“, erklärt Krump.

Sandra Krump leitet das Ressort Bildung in der Erzdiözese München und Freising.
Sandra Krump leitet das Ressort Bildung in der Erzdiözese München und Freising. © Chwalczyk

Schlüsselrolle bei Integration

Die Ordinariatsdirektorin beurteilt es positiv, dass man diesen Wandel konstruktiv im Schulwesen aufgegriffen habe. So gebe es heute nicht nur den Ethikunterricht, sondern gerade in Bayern auch Religionsunterricht für viele kleinere Religionsgemeinschaften. „Außerdem gibt es den wirklich wichtigen Prozess der Einführung einer islamischen Unterweisung für muslimische Kinder“, so Krump.

Gerade bei der schulischen Integration von Flüchtlingen und Migranten komme den Religionslehrern eine Schlüsselrolle zu. „Sie sind Experten für religiöse Phänomene und wie man damit umgeht“, sagte Krump. Die Lehrer könnten aufzeigen, was die Voraussetzungen für einen konstruktiven, interreligiösen Dialog sind. „Wir vom Ordinariat versuchen natürlich alles, um unsere Lehrkräfte da zu stärken und fit zu machen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach beim Diözesanempfang des Bistums Würzburg auch das Thema Religionsunterricht an.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach beim Diözesanempfang des Bistums Würzburg auch das Thema Religionsunterricht an. © Daniel Karmann (POW)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Montagabend beim Diözesanempfang des Bistums Würzburg betont, dass der Religionsunterricht "in unseren heutigen Zeiten eher wichtiger als weniger wichtig ist". Dabei gehe es um Gewissens- und Herzensbildung und um "mehr als nur unser eigenes Leben", sondern auch um den großen Zusammenhang des Lebens "als Geschöpfe Gottes".

Und man spüre in diesen Zeiten - "ich spüre es jedenfalls", so Merkel weiter, dass "wir von Voraussetzungen leben, die wir selber nicht so schaffen können". Diese seien vielmehr in der Geschichte, in den Überzeugungen und im Glauben begründet, "die uns dann auch in die Zukunft tragen" und die die Gesellschaft ein Stück aus der "Ich-Bezogenheit" herausführen könnten. Merkel sprach zum Thema "Verbundenheit in offener Gesellschaft: Pluralität und Identität - Herausforderung und Chance". (Karsten Schmid/Klaus Schlaug/KNA)

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