Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung Zwei Iren am Irschenberg

11.08.2021

Im Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung geht es heuer um Heilige und Selige mit Bezug zum Erzbistum München und Freising. In der letzten Folge wird nach einem Heiligenduo aus Onkel und Neffe gesucht.

Kirche vor Bergkulisse
Die Wallfahrtskirche in Wilparting ist den zwei gesuchten Heiligen geweiht. © IMAGO / imagebroker

Wir befinden uns in den Anfängen des Christentums in Bayern, im siebten Jahrhundert. Graue Vorzeit, kaum schriftliche Belege – dennoch tut dies der Bekanntheit der diesmal gleich zwei gesuchten Heiligen keinen Abbruch. Bis heute gedenkt man ihrer jährlich in einer großen Wallfahrt am Irschenberg. Denn hier sollen die beiden, übrigens Onkel und Neffe, sich um 657 niedergelassen haben. Mehr als vier Jahrzehnte lebten sie hier. Zuvor waren sie von ihrer Heimat Irland nach Rom gepilgert. Sie könnten aber auch aus dem heutigen Frankreich gestammt haben, das würde eher den romanischen Namen der beiden Wandermissionare entsprechen. Papst Eugen I. weihte beide – den einen zum Bischof, den anderen zum Diakon. Der Bischof ließ sich im heutigen Wilparting nieder, der Diakon in Alb.

Selber Sterbetag

An diesem heute so idyllischen Fleckchen unserer Heimat spielte sich der Überlieferung nach auch das folgende dramatische Geschehen ab: Wir schreiben den 15. November 697, als „ein abgöttisches, wildes und grausames Volk der herum irrend-flüchtigen Wenden und Sclaven über das Alpengebirg [kam], welche alles blinderten und raubten, was ihnen unter die Händ kame: diese dann kommen auch zu der Hütten des heiligen Bischofs (...) fanden ihn auf den Knien liegend im Gebeth begriffen“, wie es in einer Heiligenbeschreibung von 1780 heißt.

Die Vandalen martern und ermorden schließlich unseren einen Heiligen. Noch am selben Tag stirbt auch sein Neffe – allerdings eines natürlichen Todes, nicht ohne zuvor die Eucharistie empfangen zu haben. Auch eine goldene Taube soll noch seinen Mund verlassen haben. Von diesem rätselhaften Heiligenpaar erzählen, wie gesagt, lediglich Legenden. Umso erstaunlicher ist die Entwicklung ihrer Verehrung: Seit dem zwölften Jahrhundert sind sie Patrone der Kirche der ehemaligen Benediktinerabtei Rott am Inn. Dorthin wurden angeblich auch ihre Gebeine überführt, während es an dem Hochgrab in Wilparting eher ruhig zuging.

Doppelt hält besser

Das änderte sich im Jahr 1672, als die Kirchenglocken ganz überraschend und ohne menschliches Zutun läuteten. Dafür verantwortlich waren, wie soll es anders sein, unsere beiden Gesuchten, und so erlebte deren Verehrung am Irschenberg einen großen Aufschwung. Das einzige Problem: Sowohl in der Wilpartinger Kirche als auch im Kloster von Rott am Inn befanden sich angeblich ihre Reliquien, und beide Orte beanspruchten deren Echtheit für sich. Mehrmals wurden die Überreste geprüft, bis die Entscheidung zugunsten Wilpartings fiel. Dorthin pilgern an ihrem Gedenktag, dem 15. November, vor allem viele Ständige Diakone aus der ganzen Erzdiözese, denn einer der beiden Heiligen ist ihr Patron. Auch die Zeitschrift der Diakone trägt seinen Namen im Titel.

In einer Strophe des Wallfahrt-Lieds heißt es: „Erbittet uns in uns’rer Not Barmherzigkeit und Hilf bei Gott.“ Angerufen werden die gesuchten Heiligen in so gut wie allen Lebens- und Notlagen. Und bei derart viel Verantwortung ist es vielleicht ganz gut, dass sie zu zweit sind. Doppelt hält schließlich besser. (Hannah Wastlhuber, Volontärin beim Michaelsbund)

Wie lauten die Namen der beiden Heiligen vom Irschenberg?

Die Sommerzeit ist auch in diesem Jahr Rätselzeit in der Münchner Kirchenzeitung. Heuer stellen wir Ihnen in sechs Rätsel-Folgen verschiedene Heilige und einen Seligen vor, die einen Bezug zum Erzbistum München und Freising haben und bis heute besondere Verehrung genießen. Wir fragen dabei nach dem jeweiligen Glaubenszeugen selbst und/oder nach einer ihm zugeordneten Kirche.

Wer miträtselt, kann wieder schöne Preise gewinnen. Pro Folge verlosen wir zwei DAB+-Radiogeräte, zwei Büchergutscheine im Wert von 25 Euro für unsere Buchhandlung Michaelsbund, zwei Michaelsbund-Isoflaschen sowie vier Michaelsbund-Messenger-Bags (Umhängetaschen). Am Ende wird aus allen richtigen Einsendungen der Hauptgewinner gezogen. Für den Glücklichen spendiert unser bewährter Rätsel-Partner, das Bayerische Pilgerbüro, eine Reise nach Lourdes für eine Person.

Bitte schicken Sie die richtige Lösung an folgende Adresse:

Münchner Kirchenzeitung
Sommerrätsel
80326 München

Oder per E-Mail:

redaktion@michaelsbund.de

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Der Einsendeschluss für die sechste Folge ist Donnerstag, 19. August 2021 (Poststempel).


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